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Karton schafft Perspektiven

Trainini im Gespräch mit ARCHISTORIES

Hartkarton und Lichtschneidetechnik bieten dem Modellbau viele neue Perspektiven. ARCHISTORIES ist Hersteller und gleichzeitig Zulieferer von Märklin. Wir sprachen mit Inhaber Dipl.-Ing. Frank Drees, wie Modellbahner von dieser Technik profitieren, wo ihre Grenzen liegen und was besonders Zetties in Zukunft erwarten dürfen. Ebenso ging es um Einstieg und Umgang mit den für viele noch neuen Bausätzen.

Trainini®: Frank Drees, viele Modellbahner kennen ARCHISTORIES noch nicht, obwohl Sie auch für Märklin konstruieren und produzieren. Unter anderem stammt „das Werk“ für die Spur Z von Ihnen. Wie stellen Sie sich und Ihr Unternehmen unseren Lesern vor?

Frank Drees: Ich bin mitten Emsland, in Lingen gegenüber dem sicher bekannten Ausbesserungswerk aufgewachsen. Das Fenster meines Zimmers wies damals direkt in Richtung Werkgelände, wo in den siebziger Jahren noch einiges los war. Und das hat offenbar Spuren hinterlassen.
Mit dem bedauerlichen Abriss vieler Werkgebäude gegen Ende der 1980er Jahre erwachte mein Interesse für Architektur. Ich begann damals mit einer Dokumentation der Werkbauten, die Sie heute unter www.archistories.com sehen können. Etwas später folgte die Konstruktion von Modellen der Gebäude und schließlich habe ich Architektur studiert. Viele Architekten großer Büros setzten bei der Erstellung von Entwurfsmodellen schon länger auf die Lasertechnik und auch ich war von den Möglichkeiten sofort überzeugt. Wenn man das beste Material mit den besten Konstruktionsmethoden und zeitgemäßer Technik kombiniert, können faszinierende Dinge entstehen.
Unser Programm umfasst Bausätze aller Maßstäbe und hoch detaillierte Präsentationsmodelle, zum Beispiel für Firmeninhaber, Architekten oder auch Privatleute. Die Qualität unserer Produkte hat auch die Firma Märklin überzeugt, für die wir schon lange erfolgreich entwickeln und produzieren. Es macht viel Spaß, neue Produktideen zu finden, Konstruktionen zu optimieren und den Markt mit immer neuen tollen Produkten zu überraschen. Bei uns gibt es noch echte Liebe zum Produkt und ich glaube, das merkt der Kunde.

Trainini®: Woher kommt der Begriff ARCHISTORIES, was bedeutet das?

Frank Drees: Das ist ein Kunstwort aus „Architektur“ und „Historien“ in ihrer gemeinsamen Bedeutung als „Architekturgeschichte“, wobei die Doppeldeutigkeit mit „Architekturgeschichten“ bewusst gewählt ist.
Es heißt übrigens mitnichten „Aristoteles“, wie mir in Altenbeken einmal zu Ohren kam... [lacht]

Es gibt nichts besseres als Karton


Trainini®: Und wieso musste es gerade Karton sein?

Frank Drees: Was sonst? Nichts ist besser geeignet. Ich konstruiere, wie gesagt, seit 23 Jahren Architekturmodelle. Anfangs aus Sperrholz, das ich mit Ziegeltapete beklebt habe. Inzwischen schwöre ich aber auf speziellen durchgefärbten Hartkarton, weil er ganz einfach das beste Material für diesen Zweck ist. Er ist UV- und feuchtigkeitsbeständig, lässt sich wunderbar verarbeiten, ist unglaublich stabil und von überragender Qualität. Ich habe vieles probiert, es gibt nichts Besseres für diesen Zweck.

Trainini®: Viele Modellbahner kennen und vertrauen Polystyrolbausätzen. Deshalb haben sie Vorbehalte gegenüber Pappe. Wie reagieren Sie auf diese Unsicherheiten?

Frank Drees: Einspruch! Pappe ist ein Verpackungsmaterial. Unsere Produkte sind zwar in Pappkarton verpackt aber drinnen befinden sich Bauteile aus feinstem durchgefärbtem Hartkarton höchster Güte, darauf kann sich der Kunde verlassen.
Natürlich kenne ich diese Vorurteile und am besten waren diese bisher auf Messen zu entkräften. Da kann sich der Kunde mit eigenen Augen und Händen überzeugen und bisher waren alle verblüfft und haben oft gar nicht geglaubt, dass es sich um Karton handelt. Die Vorurteile haben sich dann ganz schnell in Luft aufgelöst. Auch zeigen wir auf unseren Seiten im Netz nur Produkte in unbehandelter Erscheinung, soll heißen: unsere Produkte sehen so aus, wie die Fotos es zeigen. Es ist keine weitere Farbbehandlung erforderlich.

Trainini®: In welchen Bereichen arbeiten Sie? Haben Sie sich bestimmten Baustilen verschrieben?

Frank Drees: Das möchte ich so nicht sagen, auch wenn es augenblicklich so scheinen mag, als ob ich einen Hang zum preußischen Bahnbau habe. Das ist sicher in meiner norddeutschen Biografie begründet aber ich habe auch festgestellt, dass der Markt endgültig genug vom ewigen Schwarzwaldstil und von Fachwerkhäuschen hat. Ich denke, dass viele Kunden sich endlich etwas neues, ganz anderes wünschen. Weg von der „heilen Bergwelt“ und hin zu mehr authentischem Bahnbetrieb. Das soll aber nicht heißen, dass ich der echten Schwarzwaldarchitektur generell nichts abgewinnen könnte. Es kann sehr gut sein, dass wir einmal etwas in dieser Richtung machen, aber dann wird der Schwerpunkt auf realitätsnaher Architektur liegen, nicht auf romantischem Kitsch, denn ich habe den Eindruck, dieses Thema ist am Markt durch.

Die größte Herausforderung heißt Spur Z


Trainini®: Wo und wie finden Sie passende Vorbilder?

Frank Drees: Wir arbeiten selten mit realen Vorbildern, außer natürlich auf Kundenwunsch. Ich sehe auch keinen Sinn darin, warum ein Gebäude tatsächlich existieren muss. Es ist ja nun nicht realistisch, wenn auf einer Anlage neben dem Wasserturm Nürnberg der Güterbahnhof aus Hamburg steht. Das ergibt insgesamt ein unsinniges Stilgemisch. Unser fiktives Bw-Ensemble „Torrnstein“ beispielsweise ist harmonisch aufeinander abgestimmt: preußisch inspirierte Gebäude mit realistischen Abmessungen und typischen Gestaltungsmotiven. Dass ich diese Merkmale kenne und einsetze, liegt in meiner Ausbildung und Leidenschaft für Architektur begründet. Das ist einfach mein Thema.

Trainini®: Ihre Gebäude zeugen von enormer Kreativität. Und ein fehlendes, konkretes Vorbild bedeutet also keine mangelnde Vorbildlichkeit. [Pause]. Aber wo wir gerade bei Kreativität sind - stand auf Ihrem Wunschzettel als Kind damals auch eine Modellbahn?

Frank Drees: Aber sicher! Ich hatte eine Märklin-H0-Eisenbahn auf 4 m² Spanplatte und habe endlose Nachmittage damit verbracht, Landschaften zu bauen und sie bald darauf wieder abzureißen, um es immer noch besser zu machen - fertig war die nie, aber die reale Landschaft ist ja auch nie fertig.

Trainini®: Ihr Produktschwerpunkt liegt sehr stark auf der Spurweite Z? Wieso eigentlich?

Frank Drees: Spur Z stellt einfach die größte Herausforderung dar. Ein gutes, detailliertes Modell im Maßstab H0 herzustellen ist lange nicht so anspruchsvoll wie in der Spur Z - doch was in Z geht, das geht in den größeren Maßstäben erst recht. Ich möchte einfach gern mal zeigen, was überhaupt möglich ist.

Trainini®: Klingt so, als hätten Sie auch persönlichen Gefallen am kleinen Maßstab gefunden?

Frank Drees: Ich kann wirklich jeder Spurweite etwas abgewinnen und jede hat ihren eigenen Reiz. Doch die Spur Z ermöglicht die Umsetzung von sehr großen und realitätsnahen Landschaftsausschnitten und das finde ich sehr reizvoll. Ich habe schon die tollsten Z-Anlagen gesehen und das ist dann auch schon lange kein Spielzeug mehr, das ist echte Kunst, ganz nahe am Uhrmacherhandwerk.

Was ein gutes Produkt ausmacht


Trainini®: Was macht die Entwicklung eines guten Bausatzes für Sie aus?

Frank Drees: Sie erkennen einen guten Laserbausatz an einer sehr hohen Passgenauigkeit, Stabilität, Verzugsfreiheit sowie an der Verwendung hochwertigen, steifen Materials ohne übermäßige Rußanhaftungen. Ein guter Laserbausatz vereint einerseits eine harmonisch ausgewogene Gestaltung - dem künstlerischen Teil der Arbeit - mit ausgereifter Verbindungstechnik andererseits - das ist der technische Teil. Wenn ein Kunde einen schönen Bausatz kauft, bei dem einer dieser wesentlichen Punkte nicht stimmt, wird dieser Kunde vielleicht nie wieder zu Laserbausätzen greifen. Ich bin persönlich viel zu sehr von dieser Technik überzeugt, als dass ich an einer dieser Stellen sparen würde, denn das wäre definitiv am falschen Ende. Man muss leider aber auch sagen, Laserbausatz ist nicht gleich Laserbausatz. Eine sorgfältige Produktentwicklung braucht Zeit. Wir könnten natürlich auch 40 Bausätze im Jahr raus hauen, doch darunter leidet zwangsläufig die Qualität - entweder an der Gestaltung einer Neuheit, der Konstruktion, der Bauanleitung oder an der Produktionsgüte. All das hat der Markt schon, deshalb setzen wir nachdrücklich auf Klasse statt Masse, darauf verlassen sich unsere Kunden und das können sie auch.

Trainini®: Worin bestehen eigentlich die Vorteile des Laserschnitts gegenüber anderen Techniken?

Frank Drees: Ein wesentlicher Vorteil für Hersteller ist die Produktentwicklung. Sie geht in viel kürzerer Zeit vonstatten. Während der herkömmliche Spritzguss-Bausatz sehr viele Monate der Entwicklung und Werkzeugherstellung, sowie viele Bearbeiter braucht, kommt der Laserbausatz innerhalb weniger Wochen zur Marktreife - das schlägt sich sehr deutlich in den Entwicklungskosten nieder. Was die weiteren Vorteile unserer Produkte für den Endkunden angeht, da sollte man besser Bilder sprechen und den Markt selbst entscheiden lassen. Aber allein Details wie sehr feine Fenstersprossen, maßstäbliche Ziegel und originalgetreue scharfen Konturen - so etwas war früher schlicht nicht möglich und immer mehr Modellbahnfreunde wissen es inzwischen zu schätzen und wünschen sich diesen neuen Standard. Unsere Laserbausätze sind dabei keineswegs eine billige Ausweichmöglichkeit - sie sind eindeutig das bessere Produkt.

Trainini®: Und wie sieht es aus Sicht eines Großserienherstellers aus? Wenden sich die speziellen Eigenschaften da nicht zum Nachteil?

Frank Drees: Nein, überhaupt nicht. Der Markt für Modelleisenbahnen ist bekanntlich nicht mehr so groß wie vor 30 Jahren und viele traditionelle Hersteller haben das in den letzten Jahren schmerzhaft erfahren. Sofern es überhaupt noch Einzelhändler gibt, liegen in den Regalen noch immer die Produkte aus uralten Zeiten - neu aufgelegt in teilweise höchst grenzwertigen Farben. Wenn man die Stagnation dieses Marktes beispielsweise auf dem Telefonmarkt übertrüge, würden wir statt multifunktioneller Mobiltelefone heute noch dieses hellgraue Wählscheibentelefon aus den Siebzigern benutzen. Man kann dem Kunden heute einfach nicht mehr mit den Produkten von vor 30 oder 40 Jahren kommen. Der Markt verlangt eine Fortentwicklung und stetige Verbesserung, wie das auf allen anderen Märkten auch der Fall ist - und das völlig zu Recht. Das Problem großer Spritzgusshersteller sind die immensen Kosten für Neuentwicklungen. Eine größere Neuentwicklung kostet ganz leicht einen sechsstelligen Betrag, gleichzeitig schrumpft der Markt - das ist simple Mathematik. Es rechnet sich einfach nicht, neue Produkte mit Spritzgusstechnik zu entwickeln - und warum auch? Die Qualität unserer Entwicklungen ist deutlich besser.

Kombinationsmöglichkeiten mit anderen Herstellungsverfahren


Trainini®: Was bedeutet das konkret für die Spur Z? Wie profitiert sie davon?

Frank Drees: Der Z-Markt ist relativ klein. Neuentwicklungen in herkömmlicher Technik rechnen sich hier noch weniger als bei den größeren Spuren. Die Lasertechnik ermöglicht es aber, neue Produkte auch in kleineren Auflagen wirtschaftlich herzustellen. Hinzu kommt der elektronische Handel, der auch den Vertrieb preisgünstig und für den Verbraucher zudem sehr bequem macht. Der Modelleisenbahner bekommt also das ganze Jahr über und ganz unabhängig von Messen, immer wieder viele schöne Neuheiten in nicht gekannter Qualität, nachdem er lange Jahre „auf dem Trockenen saß“. Und das kommt natürlich sehr gut an.

Trainini®: Wo liegen denn die Grenzen dieser Technik?

Frank Drees: Grenzen liegen bei der Darstellung sehr voluminös-plastischer Gebäudedetails wie Schnörkel, Figuren, Voluten oder Balustraden zum Beispiel an neobarocken Fassaden. Wenn man aber bedenkt, wie groß der realistische Anteil solcher Bauten im gewöhnlichen Stadtbild oder im Bereich der Bahngebäude ist, macht mir das keine Sorgen.

Trainini®: Gibt es aus Ihrer Sicht geeignete Herstellungsverfahren, die den Kartonmodellbau da sinnvoll ergänzen können?

Frank Drees: Da kommt beispielsweise das „Rapid Prototyping“ infrage, wenn es um die Ergänzung einzelner Formteile geht. Auch Ätzteile vertragen sich gut mit unseren Produkten. Spritzgussteile sehen in direkter Kombination mit Laserbausätzen häufig nicht so gut aus, was an den glänzenden Oberflächen und im Vergleich zum Lasercut bisweilen recht groben Details liegt.

Trainini®: Kann ich mir eigentlich auch mein persönliches Wunschmodell, zum Beispiel mein eigenes Wohnhaus, als Einzelstück produzieren lassen?

Frank Drees: Ja, auch das ist möglich. Uns erreichen viele Anfragen solcher Art und man muss dazu wissen: Auch wenn die Produktentwicklung sehr viel preisgünstiger ist als bei herkömmlichen Verfahren, so gibt es hochwertige und fachkundig konstruierte Produkte dennoch nicht für die berühmten „Appel und’n Ei“. Bedenken Sie, dass es sich hier um viele Stunden hoch spezialisierter Ingenieurskunst aus Deutschland handelt. Während der Entwicklung wird jedes Produkt vielfach gebaut, verändert, optimiert und Fehler beseitigt. Sie können sicher sein, dass jedes unserer Produkte passt und diese Qualität hat ihren Preis. Sicher könnten wir auch billige, flüchtig zusammengeschusterte Produkte entwickeln aber damit tun wir weder dem Kunden noch uns dauerhaft einen Gefallen - wir haben einen Ruf zu verlieren.

Enorme Vorteile gegenüber konventionellen Techniken


Trainini®: Hand aufs Herz - was kostet mich denn ein solcher Auftrag?

Frank Drees: Ich kann Ihren journalistischen Ehrgeiz schon verstehen aber diese Frage ist nicht pauschal zu beantworten, da sie an mehreren Faktoren hängt: Wie sieht das Vorbild aus? Größe, Komplexität, welcher Detailgrad wird gewünscht? Innenwände? Ein Unikat ist preisgünstiger als ein Serienbausatz, da für Serien die Bauteile kundenfreundlich präsentiert und eine Bauanleitung erstellt werden muss, was allein oft mehr Zeit kostet als die Produktentwicklung selbst. Man landet für ein durchschnittliches Gebäude mit Sicherheit im vierstelligen Bereich. So aufwendig konstruierte Produkte gibt es definitiv nicht für 500 Euro, das ergibt sich einfach aus den Arbeitsstunden eines Projekts.

Trainini®: Sind Kartonbausätze eher teurer als solche aus Polystyrol?

Frank Drees: Nein, die Einzelverkaufspreise sind ähnlich und gemessen am höheren Standard oft sogar überraschend günstig, das wurde uns von vielen Kunden bestätigt. Unsere Produktpreise werden weniger nach dem Materialwert als nach der Entwicklungszeit kalkuliert. Denn auch wenn unser Spezialkarton sehr teuer ist, fließt diese Position bei kleinen Objekten nur geringfügig in die Gesamtkalkulation ein. Der Kunde bezahlt mit dem Produktpreis mehrere Wochen intensiver Entwurfsarbeit am Produkt, dann die Umarbeitung auf einen Bausatz, mit dem jeder Modellbauer zurechtkommt und schließlich die Erstellung einer sehr aufwendigen Bauanleitung sowie natürlich die notwendige Produktionsdauer, Verpackungs- und Druckkosten.

Trainini®: Kunststoffbausätze erfordern für ein vorbildnahes Aussehen meist individuelles Nacharbeiten wie das Lackieren von Teilen. Störend wirkt sonst beispielsweise deren Plastikglanz. Wie korrekt wirken denn Ihre Produkte?

Frank Drees: So korrekt wie nur möglich. Das ist gerade einer unserer größten Trümpfe: Die Produkte sehen von vornherein einfach echt aus, nicht wie Spielzeug - ernsthafter Modellbau eben.

Trainini®: Sofern ich einem Gebäude eine persönliche Note geben möchte, stehen vielleicht auch größere Veränderungen an Bausatzteilen oder deren Austausch an. Bin ich hier genauso flexibel wie im Bereich des Kunststoffmodellbaus?

Frank Drees: Da sehe ich keine Probleme. Unser Spezialkarton lässt sich sogar feilen und bohren. Wenn Sie interessante Variationen unserer Modelle hergestellt haben, freuen wir uns über ein Foto!

Echte Maßstäblichkeit und ernsthafter Modellbau


Trainini®: Und wie sieht es generell mit der Passgenauigkeit der Kartonteile aus?

Frank Drees: Sehr gut sieht das aus. Wir produzieren eine Produktserie erst, wenn es bei der Vielzahl von Testmontagen absolut keine Passungsprobleme mehr gibt.

Trainini®: Wie wichtig ist Ihnen eine stimmige und ans Vorbild angelehnte Proportionierung der Gebäude?

Frank Drees: Angesichts herkömmlicher Produkte ist mir das sehr wichtig. Die Spritzgusstechnik konnte oder wollte es nicht besser, aber die Lasertechnik kann es und ich will es. Welche Spur, wenn nicht Z, bietet die Möglichkeit der echten Maßstäblichkeit? Denn es ist doch wirklich ärgerlich: Ein Kunde kauft sich maßstäbliche Lokomotiven und hochwertige Waggons für viel Geld und legt verständlicherweise Wert darauf, dass alle Details stimmen. Andererseits ist er aber dann wieder gezwungen, dieses schöne Objekt in hoffnungslos unmaßstäbliche Lokschuppen zu stellen oder an Bahnhofsgebäuden vorbeifahren zu lassen, die einfach nach Spielzeug aussehen müssen, weil jeglicher Bezug zur Realität fehlt: völlig unrealistische Geschosshöhen, viel zu dicke Fensterrahmen, glänzende Oberflächen und so weiter. Ein weiterer Punkt ist das Innenleben. Welches Haus war denn eigentlich das Vorbild für diese durch sämtliche Wände leuchtenden Plastiklampen? Unsere Produkte sind lichtdicht und haben standardmäßig Innenraumaufteilungen, was außerdem zur Stabilität beiträgt und vorbildgerecht ist: Sie beleuchten einzelne Räume und nicht das gesamte Objekt. Es geht heute besser, also setzen wir es um. Wenn nun ein Spur-Z-Zug auf einer Makroaufnahme vor einem dieser Gebäude entlang fährt und es sieht wirklich echt aus, dann haben wir den zeitgemäßen neuen Standard.

Trainini®: Unsere Redaktion hat ja bereits mehrfach Erfahrungen mit Kartonbausätzen sammeln können. Trotzdem kennen wir natürlich auch die Vorbehalte, die einige Modellbahner gegenüber dem für sie unbekannten Werkstoff hegen. Was meinen Sie, ist es tatsächlich schwieriger, ein Modell aus Architekturkarton zu bauen?

Frank Drees: Es ist einfach ein bisschen anders, nicht schwieriger. Wir lassen Neuerscheinungen zur Probe auch von Leuten bauen, die mit der Materie überhaupt nichts zu tun haben und das hat bisher immer gut funktioniert.

Trainini®: Welche Kenntnisse oder Erfahrungen brauche ich als Kunde, um kein Missgeschick zu erleiden?

Frank Drees: Natürlich unterscheidet sich der Laserbausatz etwas vom herkömmlichen Plastikmodell aber wer einen Polystyrol-Bausatz montieren kann, der kommt auch mit ARCHISTORIES klar. Sie brauchen ganz gewöhnliche Instrumente wie eine Pinzette, einen Kleber für die Verglasung und gewöhnlichen Holzleim. Es funktioniert wunderbar und das kriegt auch jeder hin. Bei Zetties habe ich da sowieso keine Bedenken.

Montagehilfen und Kundenkontakt


Trainini®: Und wenn es doch nicht klappt, kann ich dann mit Unterstützung bei der Montage rechnen?

Frank Drees: Jedem Produkt liegt eine sehr aufwendige, vielfach geprüfte und anschaulich gezeichnete Bauanleitung in Deutsch und Englisch bei, die zusätzlich viele Basteltipps bereit hält. Ich rate Neukunden, diese Hinweise einmal sorgfältig zu lesen und generell die Montageschritte genau zu befolgen. Dann geht da nichts schief.

Trainini®: Welchen Beitrag kann ein Hersteller zum Abbau von Ängsten tun? Gibt es ein spezielles Einsteigerprogramm?

Frank Drees: Man muss es einfach mal probieren und vielleicht ein preisgünstiges Produkt für den Anfang wählen. Was kann schon passieren? Sie werden höchstwahrscheinlich sogar positiv überrascht sein!

Trainini®: Erhalten Sie von Ihren Kunden auch Vorschläge für Modellneuheiten?

Frank Drees: Sehr viele und das ist auch gut so, denn oft wirken Vorschläge inspirierend und man erfährt, was Kunden sich wünschen. Natürlich können wir unmöglich alle, oft sehr individuellen Wünsche erfüllen, aber wenn ein Vorschlag häufig genannt wird, steigen dessen Chancen auf Umsetzung. Eine gute Möglichkeit der Umsetzung individueller Kundenwünsche wäre beispielsweise ein Gemeinschaftsprodukt für einen Modellbahnverein, Stammtisch oder ähnlichem.

Trainini®: Erlauben Sie uns einen Blick in die Zukunft Ihres Programms?

Frank Drees: Es wird im Bereich preußischer Eisenbahnarchitektur voraussichtlich noch in diesem Jahr etwas geben, was sicher viele freuen und überraschen wird... Der Schwerpunkt wird in nächster Zeit weiter auf nord- bis mitteldeutscher Architektur liegen, aber vielleicht kommt auch mal was ganz anderes dazwischen. Darüber hinaus werden alle Z-Produkte nach und nach auch für den Maßstab N erscheinen. Wir halten Sie auf www.archistories.com immer auf dem Laufenden.

Trainini®: Herzlichen Dank für diese ausführlichen Informationen. Ich stelle fest, dass die Spur Z nicht nur eine spannende Zeit hinter sich hat, sondern wir uns auch auf die Zukunft freuen dürfen.

Das Interview führte Chefredakteur Holger Späing, Trainini® im September 2012.
Präsentiert mit freundlicher Genehmigung durch die Redaktion.

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30.11.2017, 0:00

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01.12.2016, 12:00

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